Stadtbilder
kasselerkunden.de
S t a d t b i l d e r    -    B e i s p i e l    A l t s t a d t
Das Quartier zwischen Fuldabrücke, Marstaller Platz, Zwehrenturm, Druselturm, Stern, Holländischem Tor, Weserspitze und Altmarkt

Wir betrachten das Stadtbild des alten Kassels mit ausdrucksstarken Fachwerkhäusern und zahlreichen repräsentativen Steinbauten. Doch wie lässt sich der Wohnbedarf in der wachsenden Stadt und der stark zunehmende Straßenverkehr im mittelalterlich geprägten Grundriss der Altstadt planerisch angehen?
Die Stadtverwaltung entwickelt mehrfach Lösungen. Die Idee einer grundlegenden Sanierung aus den 1920er Jahren wird in den Jahren nach 1933 aufgenommen und als nationalsozialistische Planung ausgegebenen. Mehr unter Freiheiter Durchbruch
.

Die Fotos hier links sind interessant. Die Stadt legt ein Programm auf: Die Altstatt soll schöner werden. Die Postkarten-Serie aus der Kunstverlagsanstalt Bruno Hansmann dokumentiert das, der Aufdruck:
"Kassel - Heimstatt althessischer Bau- und Handwerkskunst". Das Programm bringt Ende der 1920er Jahre die Fassaden der meisten Fachwerkhäuser in der Altstadt wieder zum Vorschein. Kassel gilt zurecht als eine der schönsten Städte Deutschlands. Die Bilder aus dieser Serie erinnern daran.

Alle Scans: Postkartensammlung Jürgen Fischer

Doch in zahlreichen Bildern steckt auch der
schöne Schein. Wie Fotos aus der Zeit
um 1900 - 1930 zeigen, bestand die Altstadt
in mehreren Quartieren aus dicht gesetzten
Häuserreihen und Hinterhäusern - dringend
sanierungsbedürftig. Auch diese Zustände
sind auf Postkarten dokumentiert.

Fotos: Kettengasse; über den Dächern der Altstadt
Postkarten - Sammlung FS


Und wie ist der Wiederaufbau nach 1945 zu bewerten?

Zahlreiche sehr ansehnliche und nicht oder nur wenig zerstörte Häuser sind nach einer umstrittenen Stadtplanung abgerissen worden. Schöne Bürgerhäuser waren darunter, mit markanten Fassaden. Doch in einigen Quartieren ist durchaus wieder ein Altstadt-Flair zu finden, mit einem Neuaufbau-Programm, das wir mittlerweile anerkennend mit "Charme der Fünfziger Jahre" bezeichnen. Laubengang, gegliederte Fassaden mit Balkon und Erker, auffallende Giebel, aufeinander abgestimmte Fensterzeilen.
Einige dieser Häuserreihen sind in den letzten Jahren aufwändig restauriert worden: Die Schlagd, am Finkenherd, am Steinweg, im Graben, am Entenanger, der Pferdemarkt, die Freiheit.

Dieses Stadtbild der neuen Altstadt ist aber nur vage
im kollektiven Gedächtnis verankert.

Weil solche (!) Bilder auf Instagram und Facebook fehlen?

Dann zeichnet das neue Kassel ein zweites Stadtbild
aus, das ganz besonders die Bezeichnung Charme
der Fünfziger Jahre verdient. Dazu gehören zahlreiche
Anlagen und Gebäude. Mehr dazu hier.

Das Foto rechts: Ecke Wildemannsgasse - Die Freiheit.,
2017 © FS - Die Gebäude wurden 1936 im Zuge der
Sanierung der Altstadt (Freiheiter Durchbruch) neu
errichtet. Nur diese haben die Bombardierung 1943
überstanden. Sie sind 2016 umsichtig restauriert worden.

Es lohnt sich, Kassels neue Altstadt zu erkunden.
In der Obersten Gasse 24, an der Ecke zum Entenanger
steht dieses auffallende Gebäude.
Das Dr. Aschrott-Wohlfahrtshaus wurde 1955 in
Anlehnung an den Stil des Neuen Bauens aus den
1920er und 1930er Jahren errichtet. Elemente dieses
Baustils lassen sich an der in den späten 1950er
Jahren errichteten Häuser-Zeile am Steinweg entdecken.

„Der 1927 verstorbene Landgerichtsdirektor
Dr. Paul Felix Aschrott, Sohn von Sigmund Aschrott,
vermachte der Stadt Kassel einen Teil seines Vermögens,
um damit ein Wohlfahrtshaus mit einer Volkslesehalle
nach amerikanischem Vorbild zu erbauen. Dies wurde
1955 realisiert. In dem Haus in der Obersten Gasse 24
befand sich zunächst die Zentralbibliothek. Heute ist dort
die Jugendbücherei der Stadtbibliothek zuhause.“
http://stadtbibliothek.kassel.de - Jugendbücherei
- Zum Nachblättern


Mit einem A4-Heft lade ich zu einer Stadterkundung "Alte und Neue Altstadt" ein.


Interessiert an Exemplaren des Heftes? E-Mail Anfrage an mich. Oder von mir ausgegeben bei einem Rundgang, circa 1,5 Stunden, Treffpunkt Aschrotthaus, Oberste Gasse/Entenanger.


Anhand von Stadtplänen und Postkarten denken wir uns in das Alltagsleben in einer Altstadt hinein, in der zuerst die Fachwerkhäuser mit den Geschäften und dann die engen Straßenzüge auffallen. In dieses Ensemble waren aber auch mittelalterliche Gebäude oder andere, im Stil der Renaissance, des Barock und des Klassizismus, eingefügt, das alte Stadtbild ebenso prägend. Auf einem Rundgang, das Heft zur Hand oder beim gemeinsamen Erkunden und im Gespräch gilt es, diese zahlreichen Relikte wahrzunehmen und als Teil des alten Stadtbildes zu erfassen. So kann, das ist mein Wunsch, ein umsichtiges aktuelles Stadt nd einzuordnen

Wir betrachten dann einige neue Straßenzüge und Sichtachsen und nehmen die zahlreichen Beispiele für ein gelungenes Restaurieren und umsichtiges Neu-Bauen unter die Lupe.
Nordseite, Foto ca. 1910, Richtung Fischgasse und Judenbrunnen
Auf Ostseite im Blick aus dem Freiheiter Durchbruch,
Foto circa 1938
Zwei Ansichten auf Postkarten, Blick auf die Ostseite des Altmarkts.
Welches Foto ist älter?
Oben 1930, unten 1920.
Auf Westseite - Richtung Brüderstraße, Postkarte, Foto 1897 (Pferdebahn)
Luftbild 1935 - Sanierung
Freiheiter Durchbruch, abgeschlossen1936