S t a d t b i l d e r - B e i s p i e l A u e t o r
Rahmenbau, dOCUMENTA 6, 1977
Das auf Postkarten oft abgebildete und in der Bevölkerung beliebte Auetor am Südrand des Friedrichsplatzes wurde 1906 rückgebaut und versetzt. Es stand fortan isoliert neben dem Regierungsgebäude.
Das Auethor war das baulich erneuerte Friedrichsthor von 1782.
Das Tor in der Zollmauer am Auehang ist Teil der Platzgestaltung, die Ideen der Aufklärung aufnimmt: Öffnung der Stadt hin zur Landschaft.
Das preußische Hoftheater nimmt 1909 den Platz des Auetores ein.
Der wuchtige Bau verschließt die Sichtachse zu Park und Landschaft und zerstört die Ausgangsidee. Die Bewertung ("zerstört") ist strittig, bringt aber Spannung in eine Erkundung hinein.
Das Schleifen der Befestigungsanlagen ab 1767 schafft Raum für einen großen Platz. Dieser verbindet Altstadt und Oberneustadt. Es entsteht eine abgestimmte Gruppe von herausragenden Gebäuden.
> Das Haus der Stände (Weißes Palais),
> das Fridericianum als öffentliches Museum und Bibliothek,
> das Ottoneum als Sitz des Collegium Carolinum (Vor-Universität),
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> das Fürstliche Hof-Theater am Westrand des Platzes,
> die Elisabethkirche am Ostrand zur.Karlsaue hin,
> das Friedrichsthor als Zolltor und Öffnung zu Park und Landschaft.
Das Ensemble von Regierungsgebäuden, Museum, Universität, Oper, geistigem Haus und dem Tor ist ein Programm.



Die Leichtigkeit der Platzgestaltung und die Idee der Sichtachse drücken heute wieder ein städtebauliches Programm aus, äußerst geschickt gelöst und 1959 vollendet mit dem Bau des neuen Staatstheaters an der Ostseite sowie der sich, im Bogen geführt, anschließenden Documenta-Halle aus dem Jahr 1992.
Der Rahmenbau, ein Objekt für die d6, 1977, präsentiert sich als die gestaltete Idee der Öffnung. Er lädt durch seine Konstruktion mit Steg und Blick durch den Diarahmen zum Verweilen und einem genauen Hinschauen ein.
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Preußisches Hoftheater, 1909
Friedrichsthor, 1782
Auethor, 1906
Das 1782 errichtete Friedrichsthor bestätigt den offenen Platz und betont zugleich eine Sichtachse zur weiten Landschaft und zur großzügigen Parkanlage.
Im 19. Jahrhundert wird das Thor (Tor) mehrfach umgestaltet, z. B. 1824 zum Friedrichsthor mit Säulenhallen und 1876 zum Auethor mit Kriegerdenkmal. 1907 muss es schließlich, gestutzt um die Wachhäuser und isoliert an den Rand gesetzt, dem preußischen Staatstheater weichen.
Umbau, Umbenennung
Auethor 1826
Gestutzt versetzt
Auetor 1906
Umgestaltung
Friedrichsthor 1824
Linke Leiste: Foto J. Fischer, Stich von G. H. Weise (Holtmeyer), zwei Postkarten aus meiner Sammlung.
Mitte: Zwei Scans aus Holtmeyer (Bau- und Kunstdenkmäler...), Postkarte 1913, Sammlung FS.
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